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FÖJ 2017-09-27T10:58:33+00:00

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)

Umweltverschmutzungen, der Klimawandel, der Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren, zunehmend häufigere Naturkatastrophen, Verknappung des Öls und anderer natürlicher Ressourcen sind nur wenige Beispiele für die gravierenden Probleme unserer Zeit. Zu ihrer Lösung braucht es ein neues Denken und ein nachhaltiges Handeln. Jungen Menschen, die etwas tun wollen, fehlt es oft sowohl an konkreten Möglichkeiten für ein ökologisches, gesellschaftspolitisches Engagement, als auch an Fähigkeiten, wie man in der Praxis tatsächlich Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft nehmen kann. Das FÖJ bietet jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren beides. Ein Angebot für persönliches Engagement an einer geeigneten FÖJ-Einsatzstelle und ein Angebot zum Erwerb wichtiger Kompetenzen im Sinne einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Durch individuelles Coaching und praktische Seminaren können Teilnehmer/innen eigene Ideen entwickeln und kompetent umsetzen.

 Das FÖJ ist 1986 in einer Zeit entstanden, in der Bilder des Waldsterbens und der Reaktorunfall von Tschernobyl die öffentliche Debatte beherrschten und deutlich wurde, dass ein „weiter so“ nicht möglich ist. Das FÖJ soll deshalb junge Menschen für die Aufgabe als mündiger und aktiver Bürger fit machen, denn erst dann kann Partizipation und Demokratie gelingen. Deshalb war das FÖJ von Beginn an ein gesellschaftspolitisches Engagement- und Bildungsjahr. Es wird bei allen 52 FÖJ-Trägern in Deutschland in ähnlicher Weise praktiziert.

Die politische Bildung im FÖJ setzt sich mit der Pluralität von Meinungen auseinander und fordert damit die Freiwilligen dazu auf, eigene Positionen zu finden und sich in demokratischen Prozessen mit der eigenen Meinung gestaltend einzubringen. Das FÖJ stellt die Interessen und Aktivitäten der Teilnehmenden in den Mittelpunkt und verknüpft gesellschaftspolitische Fragen mit der individuellen Lebenswelt der Freiwilligen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und politische Bildung gehen dabei Hand in Hand. BNE und politische Bildung sind keine eigenen Seminarthemen, sondern vielmehr Teil des pädagogischen Gesamtkonzepts des FÖJ. Besonders das gemeinschaftliche Lernen in festen Seminargruppen fördert dabei das Demokratielernen. An 25 Seminartagen erarbeiten die Teilnehmer/innen gemeinsam und partizipativ mit dem Träger Inhalte zu umweltrelevanten Themen, beleuchten Zusammenhänge und reflektieren das eigene Handeln. In der Gruppe üben sie sich im zukunftsorientierten Denken und können kritisch und lösungsorientiert diskutieren, selbst aktiv werden und lernen Verantwortung zu übernehmen.

Das in der Landschaft der Freiwilligendienste einmalige Sprechersystem ermöglicht demokratische Teilhabe der Freiwilligen bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen ihres Freiwilligendienstes. Bis auf die Bundesebene wirken Sprecher/innen maßgeblich an der Gestaltung ihres Freiwilligendienstes mit. Dadurch wird Demokratie und Partizipation im FÖJ nicht nur als Seminarinhalt vermittelt, sondern von den Freiwilligen auch aktiv praktiziert. Der BAK FÖJ/ FÖF e.V. hat den Aufbau des Sprechersystems maßgeblich unterstützt und befähigt die Bundessprecher/innen durch eine umfangreiche Betreuung, ihre Bedürfnisse auch gezielt gegenüber Parlamentarier/innen sowie dem BMFSFJ vertreten zu können und somit auch am demokratischen Prozess außerhalb der Strukturen des FÖJ teilnehmen zu können.

Das FÖJ zählt zu den so genannten Jugendfreiwilligendiensten (wie auch das FSJ) und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und den zuständigen Landesbehörden in den jeweiligen Bundesländern gefördert. Rechtsgrundlage ist das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG).

Teilnehmer/innen des FÖJ erhalten ein Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung oder eine Sachkostenersatzpauschale. Sie sind sozialversichert und werden zusätzlich durch den Träger fachlich und pädagogisch begleitet.

Das FÖJ wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die zuständigen Ministerien der Bundesländer.